Bava Batra 186

Kapitel 186

א נותן לו דמי זרע אמרו לו הרבה לוקחין אותו לדברים אחרים
1 er ersetze ihm den Wert der Aussaat. Man entgegnete ihm: Viele kaufen ihn zu anderem Behufe. –
ב מאן תנאי אילימא רבי יוסי ואמרו לו תרוייהו בתר רובא אזלי מר אזיל בתר רובא דאינשי ומר אזיל בתר רובא דזריעה
2 Welche Tannaím sind es, wollte man sagen, R. Jose und die, die ihm entgegnet haben, so sind ja beide der Ansicht, daß man sich nach der Mehrheit richte, nur richte man sich nach der einen Ansicht nach der Mehrheit der Käufer und nach der anderen nach der Mehrheit des Gesämes!? –
ג אלא אי תנא קמא ור' יוסי אי ת"ק ואמרו לו
3 Vielmehr, entweder der erste Autor und R. Jose, oder der erste Autor und die, die ihm entgegnet haben.
ד ת"ר מהו נותן לו דמי זרע ולא הוצאה ויש אומרים אף הוצאה
4 Die Rabbanan lehrten: Was hat er ihm zu ersetzen? Den Wert der Saat, nicht aber die Auslagen; manche sagen, auch die Auslagen. –
ה מאן יש אומרים אמר רב חסדא רשב"ג היא
5 Wer sind die manchen? R. Ḥisda erwiderte: Es ist R. Šimo͑n b. Gamliél. –
ו הי רבן שמעון בן גמליאל אילימא רשב"ג דמתני' דתנן המוכר פירות לחבירו וזרען ולא צמחו ואפילו זרע פשתן אינו חייב באחריותן (הא זרעוני גינה שאינן נאכלין חייב באחריותן)
6 Welche Lehre des R. Šimo͑n b. Gamliél ist hier gemeint: wollte man sagen, die Lehre des R. Šimo͑n b. Gamliél in unserer Mišna, denn wir haben gelernt: Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft hat und sie nicht wachsen, selbst Leinsamen, so ist er nicht haftbar. Demnach ist er für Gartengesäme, die nicht gegessen werden, haftbar;
ז אימא סיפא רשב"ג אומר זרעוני גינה שאינן נאכלין חייב באחריותן ת"ק נמי הכי קאמר זרע פשתן הוא דאינו חייב באחריותן הא זרעוני גינה שאינן נאכלין חייב באחריותן
7 wie ist demnach der Schlußsatz zu erklären: R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, für Gartengesäme, die nicht gegessen werden, sei er haftbar. Auch der erste Autor sagt ja, daß er nur für Leinsamen nicht haftbar sei, wonach er für Gartengesäme, die nicht gegessen werden, haftbar ist!?
ח אלא לאו הוצאה איכא בינייהו מר סבר דמי זרע ומ"ס אף הוצאה
8 Ihr Streit besteht wahrscheinlich über die Auslagen: nach einer Ansicht hat er nur die Gesäme zu ersetzen, und nach einer anderen Ansicht auch die Auslagen.
ט ממאי דלמא איפכא הא לא קשיא כל תנא בתרא לטפויי מילתא קא אתי
9 Aber wieso denn, vielleicht entgegengesetzt!? – Das ist kein Einwand; der letztere Autor ist immer weitgehender. –
י ודלמא כולה רשב"ג היא וחסורי מחסרא והכי קתני המוכר פירות לחבירו וזרען ולא צמחו אפילו זרע פשתן אינו חייב באחריותן (הא זרעוני גינה שאינן נאכלין חייב באחריותן) דברי רשב"ג שרשב"ג אומר (זרע פשתן הוא דאינו חייב באחריותן הא) זרעוני גינה שאינן נאכלין חייב באחריותן
10 Vielleicht ist die ganze [Mišna] von R. Šimo͑n b. Gamliél, nur ist sie lückenhaft and muß wie folgt lauten: Wenn jemand seinem Nächsten Früchte verkauft hat und sie nicht wachsen, seihst Leinsamen, so ist er nicht haftbar, wenn aber Gartengesäme, die nicht gegessen werden, so ist er haftbar – so R. Šimo͑n b. Gamliél, denn R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, er sei nur für Leinsamen nicht haftbar, für Gartengesäme aber, die nicht gegessen werden, sei er wohl haftbar!? –
יא אלא הא רבן שמעון בן גמליאל דתניא המוליך חטין לטחון ולא לתתן ועשאן סובין או מורסן קמח לנחתום ואפאו פת ניפולין בהמה לטבח וניבלה חייב מפני שהוא כנושא שכר
11 Vielmehr, es ist die Ansicht des R. Šimo͑n b. Gamliél in der folgenden Lehre: Wenn jemand Weizen zu einem Müller gebracht und dieser ihn nicht angefeuchtet und daraus Kleie oder Schrotkleie gemacht hat, oder Mehl zu einem Bäcker und dieser daraus brüchiges Brot gemacht hat, oder ein Vieh zu einem Schlächter und dieser daraus Aas gemacht hat, so ist er ersatzpflichtig, weil er als bezahlt gilt.
יב רשב"ג אומר נותן לו דמי בושתו ודמי בושת אורחיו וכן היה רבן שמעון בן גמליאל אומר מנהג גדול היה בירושלים המוסר סעודה לחברו וקלקלה נותן לו דמי בשתו ודמי בושת אורחיו
12 R. Šimo͑n b. Gamliél sagt, er zahle ihm noch Ersatz für seine Beschämung und die Beschämung seiner Gäste. Ferner sagte R. Šimo͑n b. Gamliél: In Jerušalem hatten sie folgenden festen Brauch: Wenn jemand seinen Nächsten mit der Herrichtung eines Gastmahls beauftragt hat und dieser es verdirbt, so zahle er ihm Ersatz für seine Beschämung und die Beschämung seiner Gäste.
יג עוד מנהג גדול היה בירושלים מפה פרוסה על גבי הפתח כל זמן שמפה פרוסה אורחין נכנסין נסתלקה המפה אין האורחין נכנסין:
13 Noch einen anderen festen Brauch hatten sie in Jerušalem: eine Decke war vor der Tür ausgebreitet; solange die Decke ausgebreitet war, traten Gäste ein, war die Decke nicht mehr ausgebreitet, so traten keine Gäste mehr ein.
יד <big><strong>מתני׳</strong></big> המוכר פירות לחבירו הרי זה מקבל עליו רובע טנופת לסאה תאנים מקבל עליו עשר מתולעות למאה מרתף של יין מקבל עליו עשר קוססות למאה קנקנים בשרון מקבל עליו עשר פיטסות למאה:
14 <b>W</b><small>ENN JEMAND SEINEM</small> N<small>ÄCHSTEN</small> F<small>RÜCHTE VERKAUFT, SO MUSS DIESES AUF DIE</small> S<small>EÁ EIN</small> V<small>IERTEL</small>[<small>KAB</small>] A<small>BFÄLLE MITNEHMEN; WENN</small> F<small>EIGEN, SO MUSS ER AUF DAS</small> H<small>UNDERT ZEHN WURMSTICHIGE MITNEHMEN; WENN EINEN</small> K<small>ELLER MIT</small> W<small>EIN, SO MUSS ER BEI HUNDERT</small> [F<small>ÄSSERN</small>] <small>ZEHN KAHMIGE MITNEHMEN; WENN</small> K<small>RÜGE IN</small> Š<small>AROZ</small>, <small>SO MUSS ER AUF HUNDERT ZEHN SCHLECHTE MITNEHMEN</small>.
טו <big><strong>גמ׳</strong></big> תאני רב קטינא רובע קטנית לסאה ועפרורית לא והאמר רבה בר חייא קטוספאה משמיה דרבה בורר צרור מגרנו של חברו
15 GEMARA. R. Qaṭṭina lehrte: Ein Viertel[kab] Erbsen bei einer Seá. – Etwa nicht auch Schmutz, Rabba b. Ḥija aus Ktesiphon lehrte ja im Namen Rabbas, wer in der Tenne des anderen Geröll herausliest,